Gut gemessen ist halb genäht

Aktualisiert: Feb 17

Meine Lehrerin in meiner damaligen Ausbildung zur Damenschneiderin sagte immer: Gut gebügelt ist halb genäht. Ich finde aber, dass eine gute Vorbereitung auf das Nähen schon viel früher stattfindet, beim Messen nämlich. Wenn man von Anfang an falsch misst, dann bringt das ganze schöne Nähen auch nichts.

Daher möchte ich Dir heute die besten Tricks für einen guten Start ins richtige Messen geben.

Zunächst einmal solltest Du alle Eitelkeiten bei Seite lassen. Versuche, Dich nicht dünner zu machen, nur weil Du vielleicht Angst vor der Zahl auf dem Maßband hast. Dir ist mit Sicherheit schon mal aufgefallen, dass 2-3 cm Rocklänge einen enormen Unterschied machen können. Nun in der Länge was zu regulieren ist gar nicht so schwer, aber in der Weite falsche Maße zu haben ist fatal. Denn wenn das schönste Kleid zu eng sitzt, wirst Du es einfach nicht anziehen. Und das, nachdem Du Dir so viel Mühe gemacht hast, es zu nähen. Das ist nicht nur in dem Moment ärgerlich, sondern demotiviert Dich ebenso für all Deine weiteren Projekte. Also ist das wichtigste beim Messen: sich nicht schlanker machen, als man ist!

Ich empfehle, immer sich ein Bändchen mäßig um die Taille zu binden und ganz normal aus und einzuatmen, dann rutsch das Band von ganz allein auf Deinen schmalsten Punkt. Und voilà, Du hast Dein erstes Maß, die Taillenweite und zudem einen Punkt, an dem Du Dich für die weiteren Maße orientieren kannst.


Ein weiterer fataler Fehler, den viele begehen, ist die falsche Unterwäsche beim Ausmessen zu tragen, zumindest den falschen BH. Trage beim Maßnehmen die Unterwäsche, die Du später auch unter Deinem neuen, selbst genähten Kleidungsstück tragen würdest. Wir wissen alle, was für einen enormen Unterschied Körbchenform und Trägerlänge des BHs ausmachen können und wie stark sie den Sitz der Kleidung beeinflussen.

Am besten bittest Du jemanden Dir beim Ausmessen zu helfen, denn alleine das Maßband wirklich präzise anzulegen, ist extrem schwierig. Achte darauf, gerade und entspannt zu stehen und Deine Arme unten zu lassen. Und dann kann es eigentlich schon losgehen.

Je nach Nähprojekt brauchst Du mehr oder weniger Maßpunkte. Die drei wichtigsten aber sind: Oberweite, Taillenweite und Hüftweite. Wenn Du diese drei schon richtig gemessen hast, kannst Du schon sehr weit kommen. Für die Oberweite muss das Maßband rund um den Oberkörper gelegt werden. Vorne am stärksten Punkt Deiner Brust und im Rücken eher etwas höher als tiefer positionieren. Die Taillenweite wird über dem Taillenbändchen gemessen, was Du angelegt hast. Und noch einmal: Bitte nicht die Luft anhalten beim Messen, sondern ganz normal Atmen, gerade und entspannt stehen und am besten beim Messen noch ein bis zwei Zentimeter für die Bequemlichkeit zugeben.

Die stärkste Stelle Deiner Hüfte ist Deine Hüftweite. Bei manch Einer lohnt es sich auch die Zwischenhüftweite auszumessen. Diese liegt 10cm unterhalb der Taille (Fixpunkt ist das Taillenbändchen). Das ist vor allem für alle X-Figurtypen wichtig, deren Taille sehr schmal ist und die Hüfte dafür schöne Kurven aufweist. Der Übergang von der Taille zur Hüfte bekommt durch dieses Zwischenmaß genau die richtige Rundung und erspart Dir hinterher das nachträgliche Regulieren des Hüftbogens.




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