Der richtige Zuschnitt

Du hast den perfekten Stoff gefunden und auch Dein Schnitt ist schon lange fertig. Du kannst nun endlich mit dem Zuschnitt loslegen. Doch bevor Du zur Schere greifst, möchte ich Dir hier noch ein paar praktische Tipps geben:


Wie viel Stoff braucht Du eigentlich?


Zunächst einmal musst Du natürlich darauf achten, dass Deine Stoffbreite und -länge entsprechend Deinem Schnitt errechnet sind. Solltest Du nach einer fertigen Nähanleitung nähen, ist der Stoffverbrauch dort meist angegeben, wenn Du Deinen selbsterstellten Schnitt nähst, kannst Du Dir im Vorfeld ein Schnittlagebild überlegen oder sogar erstellen und so den Stoffverbrauch berechnen. Lege Deine Schnitteile so, dass Du möglichst sparsam zuschneidest. Achte auf den Stoffbruch, die Webkanten und den Fadenlauf und natürlich, dass alle Schnittteile doppelt zugeschnitten werden müssen. Wenn Dein Kleidungsstück, was Du Dir nähen möchtest, keine Rückennaht oder keinen Verschluss hinten hat, kann es perfekt in den Stoffbruch eingelegt werden.



Hast Du auch vorgewaschen?


Alle Stoffe sollten vor dem Schneiden gewaschen oder mit viel Dampf abgebügelt werden. So vermeidest Du das spätere einlaufen. Du kannst Dich auch beim Kauf des Stoffes informieren, ob der Stoff, den Du Dir ausgesucht hast, nach dem Waschen einläuft oder ob er vielleicht so ausgerüstet ist, dass er gar nicht einlaufen kann. Wollstoffe oder Wollmischungen kannst Du vor dem Schneiden mit einem feuchten Tuch abbügeln. Damit vermeidest Du ebenfalls das spätere einlaufen und kannst so auch die sperrige Stoffbruchkante, falls vorhanden, wegbügeln.

Ja, das Vorwaschen ist schon mühselig, erspart Dir aber hinterher viel Frust. Denn wenn Du Dir viel Mühe beim Messen, Schnitterstellen und Nähen gegeben hast und Dein Kleid erst nach dem ersten Tragen wäschst und es dann einläuft, ist die Freude an dem neuen Stück nur von kurzer Dauer.



Mit oder ohne Strich?


Kennst Du diesen Hinweis? Wenn dein Stoff einen langen Flor hat (meistens bei Samtstoffen oder Tuchstoffen), liegt der Flor meist in eine Richtung und hat somit einen "Strich". Bei solchen Stoffen musst Du alle Schnittteile in einer Richtung, in der sogenannten Strichrichtung, auflegen oder alle gegen den Strich, wenn es Dein gestalterisches Empfinden so möchte. Hauptsache, sie liegen alle in einer Richtung. Liegt Dein Vorderteil aber in Strichrichtung und Dein Rückenteil gegen die Strichrichtung hast Du hinterher Abweichungen in Farbe und Schattierung. Besonders auffällig, wenn Dein Vorder- oder Rückenteil aus mehreren Schnittteilen besteht. Bei Designs, die ebenfalls einer Richtung folgen, solltest Du die "In einer Richtung auslegen" Regel genauso beachten.


Bei Karo, Streifen oder großen Designs musst Du extra Stoff einplanen, denn höchstwahrscheinlich müssen die Schnitteile auf dem Stoff so verschoben werden, dass das Muster trotz Seiten- oder Teilungsnähte weiter verläuft. Aber diese Feinheiten würde ich Dir erst empfehlen, wenn Du schon das nächste Nählevel erreicht hast.



Hast Du auch das richtige Werkzeug?


Das wichtigste beim Zuschnitt ist natürlich die Schere. Achte bitte unbedingt darauf, dass Du eine scharfe Stoffschere oder einen scharfen Rollenschneider benutzt. Stumpfe Kanten könnten Deinen Stoff beschädigen, ein genaues Ausschneiden verhindern oder Dich einfach zu viel zeit kosten. Die Stoffschere heißt Stoffschere, weil es unglaublich wichtig ist, dass Du damit nur Stoff schneidest. Benutze zum Papierschneiden bitte eine Papierschere.

Das Vermeiden von stumpfen Kanten bzw. Enden gilt übrigens auch für die Stecknadeln. Denn auch hier kannst Du Dir mit nur einer stumpfen Nadelspitze Deinen Stoff versauen.



Ich würde sagen, Du kannst loslegen. Achte auf Deine Knipse und die Nahtzugaben, dann kann nichts mehr schief gehen.







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